dimanche 28 mars 2010

EINFÜHRUNG

Der Lebensstil und die Lebensziele der Menschen, die in nichtreligiösen Gemeinschaften leben, sind einander sehr ähnlich. Auch wenn sie auf den ersten Blick sehr unterschiedlich zu sein scheinen, so laufen sie doch auf dasselbe hinaus, denn die Wünsche und Begierden, der Ehrgeiz, die Ideale und die Ansprüche an das Leben in dieser Welt sind praktisch identisch.
Der Charakter des Menschen nimmt während der Kindheit Gestalt an. Zunächst wissen Kinder nichts von der Welt und sie führen ein sorgenfreies Leben. Dann folgen die Schulzeit und die Teenager Jahre. In dieser Zeit beschränken sich die Ambitionen auf typische Wünsche: ein großer Freundeskreis, in der Schule beliebt sein, Designerkleidung, Andere beeindrucken. Dann ist die Schule vorbei und das Arbeitsleben beginnt. Der Mensch versucht, es in seinem Beruf zu etwas zu bringen, befördert zu werden und mehr Geld zu verdienen. Dafür wendet er viel Zeit und Energie auf. Er wird gleichzeitig eine Frau finden, heiraten und eine Familie gründen. Aus seiner Sicht ist es das einzig wichtige auf der Welt, sich ein glückliches Heim zu schaffen. Später werden auch seine Kinder heiraten und er wird Großvater werden. Kurz, er lebt mit solcherlei beschränkten weltlichen Zielen und entsprechenden Idealen.
Die Jahre vergehen wie im Flug, und er steht plötzlich vor der letzten, unausweichlichen Realität des Lebens: Die Zeit des Todes ist gekommen, und er verläßt diese Welt.
Bis zu diesem Moment hat er wenig oder überhaupt nicht an den Tod gedacht. Zwar starben einige Menschen seiner Umgebung, doch seinen eigenen Tod hat er immer als etwas in weiter Ferne liegendes betrachtet. Er hat sich den eigenen Tod nie vorgestellt, denn er war derart mit weltlichen Angelegenheiten befaßt, daß ihm der Gedanke nie gekommen ist. Aus diesem Grund kommen ihm essentielle Betrachtungen, über das was Gott gefällt zum Beispiel, über den Garten Eden und die Hölle, überhaupt nicht in den Sinn. So hat er denn auch den wahren Sinn des Lebens nicht verstehen können. Während der ihm in dieser Welt gegebenen Zeit ist er Zielen, Plänen und Idealen gefolgt, die sich von denen, die wirklich wesentlich sind, vollständig unterscheiden. Er hat für weltliche Ziele sehr hart gearbeitet, doch er ist völlig unvorbereitet auf das Jenseits.
So trifft ihn der Tod, wenn er es am wenigsten erwartet, unvorbereitet und verwirrt, wie jemand, der plötzlich aus dem Schlaf erwacht. Nun empfindet er großes Bedauern, doch es ist zu spät. Allah beschreibt die Situation dieses Menschen in der Sure as Sajda:

Sprich: "Der Engel des Todes, der euch zugeteilt ist, wird euch holen. Dann werdet ihr zu euerem Herrn zurückgebracht." Sähst du dann nur die Sünder, wie sie ihre Köpfe vor ihrem Herrn senken: "O Herr! Jetzt haben wir gesehen und gehört. Laß uns zurückkehren, so daß wir das Rechte tun. Siehe, (jetzt) haben wir Gewißheit." (Sure as-Sajda 32:11-12)

Wie gerät der Mensch in diese Lage? Wie schafft er es, die Realität zu verdrängen, so lange, bis es keine Rettung mehr gibt? Wie bringt er es fertig, den Zweck, zu dem er in die Welt gesetzt wurde, zu ignorieren? Es gibt unterschiedliche Abwehrmechanismen, die die Menschen die Wahrheiten des Lebens vergessen lassen und sie darüber hinweg trösten. Der wohl am besten funktionierende dieser Mechanismen ist die Selbsttäuschung. Ein Mensch, der sich selbst täuscht, glaubt, er könne allen Realitäten ausweichen, einschließlich aller Verantwortung und dem Tod. Doch solche Selbsttäuschung ist natürlich keine Lösung. Im Gegenteil, wer den wirklichen Zweck seiner Existenz in dieser Welt nicht versteht, befindet sich auf einem Weg, der direkt in die Hölle führt. Der Mensch muß unbedingt vermeiden, sich selbst zu täuschen, er muß versuchen, den größtmöglichen Vorteil aus der Zeit zu ziehen, die Allah ihm in dieser Welt gewährt hat.
Nun denken Sie in diesem Zusammenhang einmal über sich selbst nach. Vielleicht haben Sie bisher wie oben beschrieben gelebt. Vielleicht haben Sie bisher nicht über den wahren Sinn des Lebens nachgedacht, vielleicht haben Sie ihre Pflichten gegenüber Allah, der Sie erschaffen hat, beiseite geschoben, vielleicht haben Sie sich selbst getäuscht. Wenn Sie dem Tod nicht plötzlich in dieser Verfassung gegenübertreten wollen und Sie nicht ewige Reue empfinden wollen, sollten Sie dieses Buch sorgfältig lesen und ernsthaft darüber nachdenken, denn es wird die Themen und Sachverhalte aufzeigen, über die die Menschen sich selbst täuschen und die Wahrheiten, die sie ignorieren.
Vergessen Sie nicht, daß das Erkennen der Wahrheit im Moment des Todes niemandem mehr helfen wird. Allah hat uns eine eindeutige Warnung übermittelt:

Und spendet von dem, was Wir euch gaben, bevor zu einem von euch der Tod kommt und er ruft: "O mein Herr! Wenn Du mir nur für eine kleine Weile Aufschub gewähren wolltest, so würde ich Almosen geben und so zu einem der Rechtschaffenen werden!" Aber Allah gewährt einer Seele niemals Aufschub, wenn ihre Zeit gekommen ist. Und Allah ist mit dem, was ihr tut, wohlvertraut. (Sure al-Munafiqun 63:10-11)

DER SINN DER SCHÖPFUNG


Sehen Sie sich auf der Strasse um. Schauen Sie zuhause aus dem Fenster. Denken Sie auch an Orte, die Sie in diesem Moment nicht sehen können, Ozeane, Berge, Flüsse, an die Millionen anderen Menschen, an die Millionen Kreaturen, die Sie niemals im Leben sehen werden… Lassen Sie die Erde hinter sich und denken Sie an das Universum, ein grenzenloser Raum, der Milliarden Galaxien mit Milliarden Sternen und anderen Himmelskörpern enthält…
Nun hören Sie auf Ihr Gewissen und denken Sie nach. Warum existiert das alles? Lebendes und Nichtlebendes, wie harmoniert all das zusammen in einem solch fehlerlosen System? Was ist der göttliche Zweck all des Wunderbaren im Universum, der überlegenen Fähigkeiten der Lebewesen, insbesondere des Menschen? Was tut der Mensch, die einzige Kreatur mit Bewußtsein, auf der Welt?
Der Quran, den Allah zur Rechtleitung Seiner Diener herabgesandt hat, erklärt uns den Zweck der Schöpfung. Er besteht darin, unserem Herrn, Der uns erschaffen hat, zu dienen. Allah beschreibt diesen Zweck in einem Vers des Quran wie folgt:

… und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen, daß sie Mir dienen. (Sure ad-Dhariyat 51:56)

Also ist die Welt mit allen ihren oben beschriebenen Eigenschaften und ihren Meeren, Seen, Ozeanen, Blumen, Bäumen, Bergen und Lebewesen eine Umgebung, die von Allah eigens dazu erschaffen wurde, zu prüfen, ob die Menschen diese Pflicht erfüllen oder nicht. Das Universum mit seinen Sternen, Planeten und anderen Himmelskörpern wurde geschaffen, damit die Menschen den Großmut und die grenzenlose Barmherzigkeit unseres Herrn erkennen und Seine Macht preisen können.
Auch alle Ereignisse, die dem Menschen in seinem Leben widerfahren und all die Orte, an denen er sich aufhält, sind Teil der Prüfung, der er in dieser Welt unterzogen wird. Allah sagt uns in folgendem Quranvers, daß der Zweck der Schöpfung und der Existenz der Menschen in der Welt die Prüfung der Menschen ist:

Siehe, Wir erschufen den Menschen fürwahr aus einem Tropfen Samen, der sich (mit der Eizelle) vermischt, um ihn zu prüfen. Und wir gaben ihm Gehör und Augen. (Sure al-Insan 76:2)

Der Mensch muß Allahs Gebote und Verbote in jedem Moment seines Lebens beachten, und er muß so handeln, daß er Allahs Zustimmung findet. Der Quran sagt uns, daß Menschen, die diese Verantwortung von sich weisen, wegen ihrer Undankbarkeit gegenüber Allahs Segnungen in aller Ewigkeit mit den Qualen der Hölle bestraft werden.
Trotzdem verhalten sich die meisten Menschen demgegenüber erstaunlich gleichgültig. Sie vergessen den wahren Zweck ihres Lebens, sie finden andere Prioritäten für sich selbst, und sie setzen sich andere Ziele. Sie mühen sich jahrelang für weltliche Ziele ab und verschwenden nicht den geringsten Gedanken an ihre Pflichten gegenüber Allah. Sie erwägen nie die Konsequenz ihres verantwortungslosen Handelns in dieser Welt: Die Hölle. Doch nicht ein einziger Mensch auf Erden kann behaupten, diese Wahrheiten seien ihm nicht bewußt. Seitdem der Prophet Adam lebte, hat Allah sie allen Menschen in allen Zeitaltern gezeigt. Er hat das Buch herabgesandt, das Ihn bekannt macht, das lehrt, wie Ihm gefolgt werden soll, und Er hat Seine Propheten gesandt. Daher können sich die Menschen nicht auf Unwissenheit berufen. Ein Quranvers erinnert uns an diese Wahrheit:

Von Gesandten als Freudenverkündern und Warnern, damit die Menschen nach (dem Erscheinen von) Gesandten vor Allah keine Entschuldigung hätten. Und Allah ist mächtig und weise. (Sure an-Nisa 4:165)

Die von Allah gesandten Propheten, die Bücher, die Er herabsandte und der Rat der Gläubigen an andere Menschen sind Mittel zum Zweck Seiner Lehre. Im Verlauf der Geschichte haben zahlreiche Gläubige andere Menschen zum Glauben an die Religion Allahs eingeladen, und sie haben sie vor dem Tag des Gerichts gewarnt und von der Existenz des Paradieses und der Hölle berichtet.
Doch nehmen wir trotzdem einmal an, jemand habe noch nie etwas vom wahren Zweck des Lebens gehört, niemand habe ihm diesbezüglich geraten und er habe Allahs Buch nie gelesen. Solch ein Mensch kann trotzdem erkennen, daß wir von einem allmächtigen Schöpfer zu einem bestimmten Zweck ins Dasein gebracht wurden, indem er über die Schöpfung und die ihn umgebenden fehlerlosen Systeme nachdenkt. Er kann seine Pflichten gegenüber unserem Schöpfer erkennen, weil Allah die Menschen mit einem Gewissen erschaffen hat, das ihnen sagt, was richtig und was falsch ist. Menschen, die ihre Umgebung anhand der Stimme ihres Gewissens bewerten, können zu diesen Wahrheiten gelangen. Diese im Quran berichtete Geschichte über den Propheten Abraham ist ein erhellendes Beispiel dafür:

Und so zeigten wir Abraham das Königreich der Himmel und der Erde, damit er zu den Festen im Glauben gehöre. Doch als die Nacht ihn überschattete, sah er einen Stern. Er rief: "Das ist mein Herr!" Als er aber unterging, sprach er: "Ich liebe nicht, was untergeht." Und als er den Mond aufgehen sah, sprach er: "Das ist mein Herr!" Und als er unterging, sagte er: "Wahrlich, wenn mich mein Herr nicht leitet, bin ich einer der Irrenden." Doch als er die Sonne aufgehen sah, rief er: "Das ist mein Herr – das ist das Größte!" Als sie jedoch unterging, sagte er: "O mein Volk! Ich habe nichts mit eueren Göttern zu schaffen!" Siehe, ich richte mein Angesicht lauteren Glaubens auf den, der die Himmel und die Erde erschaffen hat, und ich gehöre nicht zu denen, die (Gott) Gefährten geben." (Sure al-An'am 6:75-79)

Abraham erkannte also die Existenz Allahs, des Schöpfers der Himmel und der Erde und er begriff die Notwendigkeit, allein Ihm zu dienen, indem er nichts anderes tat, als auf sein eigenes Gewissen zu hören. Dieses Beispiel zeigt, daß man allein durch die Beobachtung der Umgebung mit den Augen des Gewissens die Notwendigkeit erkennen kann, Allah zu dienen. Doch darüber hinaus hat Allah in Seiner unendlichen Güte den Menschen auf vielfältige andere Weise genaue Informationen gegeben, was der Sinn ihrer Existenz ist und wie sie Ihm dienen sollten. Das ist ein Zeichen Seiner grenzenlosen Barmherzigkeit gegenüber der Menschheit und es ist eine Offenbarung Seines Namens „Al-Hadi“, was bedeutet: Der Führer, der den Menschen den rechten Weg zeigt. Allah zeigt dies den Menschen auf verschiedene Weise, und Er läßt ihnen Zeit, diese Zeichen zu erkennen.
Doch trotz alledem stellen jene, die die Zeichen und die manifesten Wahrheiten nicht erkennen, die Mehrheit der Menschen auf der Welt. Sie achten nicht im Geringsten auf diese Wahrheiten, obwohl dieses Verhalten ihnen im ewigen Leben im Jenseits großen Schaden zufügen wird.
Schauen Sie sich noch einmal um. Sie sehen Kinder, Teenager, Männer, Frauen, alte Menschen, und die meisten von ihnen gehen ihren täglichen Geschäften nach, als ob sie sich niemals dem Tod oder dem Tag des Gerichts gegenübersehen würden. Einer versucht, den Schulbus noch zu erwischen, ein Anderer eilt zu seinem Auto, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen. Einer kauft ein, um seine für den Abend eingeladenen Gäste bewirten zu können, ein Anderer bereitet sich auf die in wenigen Wochen ins Haus stehende Geburt seines Enkelkindes vor. All das sind selbstverständliche Dinge, die jedermann im Leben erfährt. Das ist alles offensichtlich sehr banal. Das Problem besteht darin, daß die Menschen diese Dinge völlig achtlos durchleben, daß sie nicht innehalten und daran denken, daß Allah mit ihnen ist, daß der Tod sehr schnell kommt und daß sie in Anwesenheit Allahs zur Rechenschaft gezogen werden für die Jahre, in denen sie ihren Herrn vergessen hatten.
Wie können die Menschen trotz der zahllosen Zeichen von Allahs Existenz und ihrer Hilflosigkeit in Seiner Gegenwart so blind sein gegenüber all diesen offensichtlichen Wahrheiten? Wie können sie ihre Augen verschließen und wie der Vogel Strauss den Kopf in den Sand stecken angesichts der Folgen, die dieses Verhalten nach sich ziehen wird?
Die meisten Menschen verhalten sich nicht etwa deswegen so, weil sie nicht verstehen könnten, was sie eigentlich tun sollten, sondern weil sie sich selbst täuschen, trotzdem ihr Gewissen klar sehen kann, was richtig wäre. Das Wort „Täuschung“ ist genau das Richtige dafür, denn diese Menschen sind weder unwissend noch unfähig, die Wahrheit zu verstehen. Ihr Problem ist ihre tiefe Verstrickung in das weltliche Leben und ihr Unvermögen, ehrlich die Realitäten sehen zu wollen, weil sie entweder insgeheim oder offen das Jenseits leugnen. Allah beschreibt solche Menschen im Quran so:

Abwenden aber will Ich von Meiner Botschaft diejenigen, die sich ohne Grund auf der Erde hochmütig benehmen. Selbst wenn sie alle Zeichen (der Wahrheit) sehen, wahrlich, sie glauben nicht daran. Und selbst wenn sie den rechten Weg sehen, so nehmen sie ihn nicht als Weg. Sehen sie aber den Weg des Irrtums, so nehmen sie ihn als Weg. Dies, weil sie Unsere Botschaft der Lüge bezichtigten und sich nicht darum kümmerten. Diejenigen, die Unsere Zeichen und das Eintreffen des Jenseits als Lüge erklären: Ihre Werke sind umsonst gewesen. Sollten sie anders belohnt werden als nach ihren Werken? (Sure al-A'raf 7:146-147)
Denjenigen, die das irdische Leben mehr lieben als das Jenseits und von Allahs Weg abhalten und ihn abzubiegen suchen. Sie befinden sich in einem großen Irrtum! (Sure Abraham 14:3)

In einem anderen Vers spricht Allah von der Achtlosigkeit dieser Menschen, die die Augen vor der Wahrheit verschließen und sich selbst in die Irre führen:

Die Zeit der Abrechnung nähert sich den Menschen, aber in ihrer Achtlosigkeit wenden sie sich ab. (Sure al-Anbiya 21:1)

Es steht völlig außer Frage, daß der Mensch den Tag des Gerichts erleben wird und daß er für sein Handeln auf dieser Welt Rechenschaft ablegen muß. Völlig teilnahmslos zu bleiben und keinen Versuch zu unternehmen, solche Achtlosigkeit zu überwinden, ist ein für Allah unannehmbares Verhalten, und es ist Sein Wille, daß dieses im Jenseits entsprechend vergolten wird. Auch unser Prophet erinnerte die Menschen mit folgenden Worten an das schnell nahende Jenseits:
Das Paradies ist jedem von euch näher als die Riemen seiner Sandalen, und genauso nahe ist das Feuer (der Hölle). (Ahmad ibn Hanbal, Ausgabe 1, Nummer 387; Imam Ibn Kathir, Das Leben dieser Welt ist ein vergänglicher Genuß)
Wer sich selbst also keinen ewig währenden Kummer bereiten will, sollte vorsichtig sein. Man täusche sich nicht selbst, indem man sich weltlichen Zielen verschreibt. Der wirkliche Sinn der Anwesenheit des Menschen in der Welt besteht nicht darin, beruflichen Erfolg zu haben, reich zu werden oder ein glückliches Heim einzurichten und Kinder zu haben. Der wirkliche Sinn der Existenz des Menschen ist es, Allah zu dienen, Sein Wohlgefallen und Seine Gnade zu erlangen und dadurch in Sein Paradies einzutreten. Natürlich können die Menschen während ihres Lebens in dieser Welt erfolgreich sein im Geschäftsleben, eine Führungsposition erreichen, und heiraten und Kinder bekommen, doch nur unter der Bedingung, daß dies nicht die einzigen Ziele sind, die sie sich setzen, sondern daß sie gleichzeitig Allahs Wohlgefallen suchen. Wer sich anders verhält, wird bei seinem Tode feststellen, daß alles andere seinen Wert verliert und er wird erkennen, daß Allah zu dienen das einzig wirklich Wichtige ist. Allah offenbart in einem Vers:

Und es ist weder euer Vermögen, noch sind es euere Kinder, was euch Uns nahebringt. Nur diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, sollen vielfachen Lohn für das erhalten, was sie bewirkt haben, und in Sicherheit in den hohen Gemächern (des Paradieses) wohnen. (Sure Saba 34:37)

In anderen Versen spricht Allah von der Situation der Menschen, die sich selbst vermittels Reichtum und anderer Vergünstigungen dieser Welt täuschen, den Zweck ihres Daseins vergessen und daher im Jenseits großes Leid erdulden werden müssen:

Und es ist weder euer Vermögen, noch sind es euere Kinder, was euch Uns nahebringt. Nur diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, sollen vielfachen Lohn für das erhalten, was sie bewirkt haben, und in Sicherheit in den hohen Gemächern (des Paradieses) wohnen.
(Sure al-Haqqa 69:27-31)

RELIGIOSITÄT OHNE
SELBSTBETRUG


Im vorangegangenen Kapitel sind wir zu der Einsicht gelangt, daß es der Sinn der Schöpfung des Menschen ist, Allah zu dienen. Beginnen wir dieses Kapitel, indem wir uns etwas sehr Wichtiges klarmachen.
Wie alt sind Sie jetzt? Sagen wir, 30 Jahre alt, und gehen wir in der Zeit um 30 Jahre und 10 Monate zurück. Sie haben nicht existiert auf der Erde und es gab keinerlei Anzeichen, daß sich daran etwas ändern würde. Dann verschmolz ein Spermium mit einer Eizelle und nach 9 Monaten kamen Sie als Baby auf die Welt. Das heißt, Sie sind aus dem Nichts entstanden. Erst waren Sie eine einzige Zelle. Diese teilte sich und es wurden erst zwei, dann vier, acht, sechzehn, zweiunddreißig… Am Ende stand ein Mensch aus Millionen Zellen, mit Händen, Augen, Ohren, einer Nase, dem Blutkreislauf, dem Atmungssystem und vielem mehr. Obwohl Sie einst nur eine einzige Zelle waren, verwandelten Sie sich in einen denkenden, sehenden, fühlenden Menschen mit Wissen und der Fähigkeit, sich zu freuen. Wenn Sie darüber nachdenken, können Sie verstehen, was für ein außergewöhnlicher Prozeß dies ist.

Wie konnte dieses Wunder geschehen? Wie konnte eine intelligente Kreatur entstehen durch die Kombination zweier für das bloße Auge unsichtbarer Teile, und wie kam diese Kreatur als Baby auf die Welt? Folgende Verse geben die Antwort:

Er ist es, Der euch aus Staub erschuf, dann aus einem Samentropfen, dann aus einem sich Anklammernden. Dann bringt Er euch als Kind hervor. Dann läßt Er euch die Vollkraft erreichen, dann alt werden - obwohl einige von euch früher sterben werden - und einen bestimmten Termin erreichen; damit ihr begreifen lernt. Er ist es, Der lebendig macht und sterben läßt. Und wenn Er ein Ding beschließt, spricht Er nur zu Ihm: "Sei!", und es ist. (Sure Ghafir 40:67-68)

Diese Verse erinnern uns daran, daß der Schöpfer aller Menschen und aller anderen Kreaturen Allah ist, und wenn die Menschen dieser Wahrheit angesichtig werden, so müssen sie ihre Intelligenz gebrauchen. Wer seine Intelligenz einsetzt, wird auf den wirklichen Zweck des Daseins kommen, und er wird sich der Religion Allahs hingeben. Er wird sein Leben dem Zweck widmen, Seine Zustimmung und Seine Gnade zu erlangen. Allah sagt den Menschen im Quran, sie sollten sich über den Sinn ihres Daseins keinerlei Illusionen hingeben, und Er fordert sie auf, darüber nachzudenken, wie sie erschaffen wurden:


O Mensch! Was hat dich deinem großzügigen Herrn entfremdet, Der dich erschaffen, gebildet und wohlgeformt hat, dich in der Gestalt, die Ihm beliebte, zusammengefügt hat? Doch nein! Ihr leugnet das Gericht. Aber über euch wachen Wächter, Edle, (euere Taten) niederschreibende, welche wissen, was ihr tut. (Sure al-Infitar 82:6-12)

Doch trotzdem ist der Mensch anfällig für Selbsttäuschung und für das Abweichen vom rechten Weg, und er verschwendet seine Energien auf wertlose Dinge. Jede Einzelheit der Welt ist wunderbar, doch der Mensch neigt dazu, dies nicht zu sehen oder er täuscht Unwissenheit gegenüber dem, was er sieht und fühlt vor, wobei er die Stimme seines Gewissens ignoriert. Wer nicht über die Existenz und die Größe Allahs nachdenkt, wer seine Intelligenz nicht nutzt, der wird in ewige Trauer gestürzt werden. Deswegen müssen die Menschen aufhören, sich selbst zu täuschen und die Tatsache erkennen, daß alles in der Welt zu einem bestimmten Zweck erschaffen worden ist, daß all die schönen Dinge, die sie besitzen, Segnungen Allahs sind und daß sie für alles, was sie getan haben, am Tag des Gerichts zur Rechenschaft gezogen werden.

Aufrichtigkeit
Menschen mit wahrem, aufrichtigem Glauben unterliegen keinen Selbsttäuschungen, sie versuchen nicht, der Wahrheit auszuweichen, denn sie empfinden eine große Gottesfurcht, und so vermeiden sie mit allen Mitteln, Seine Zustimmung dadurch zu verlieren, daß sie ihre Pflichten Ihm gegenüber vernachlässigen. Doch jene, die der Quran als „Menschen, die Krankheit in ihren Herzen haben“, bezeichnet, sind zögerlich bei ihrem Gottesdienst für Allah. Allah verweist auf sie in der Sure an-Nisa, Vers 72, wo Er sagt: „ Und unter euch gibt es gewiss einige, die zurückbleiben. “ Diese Menschen kennen die Lebensweise und die Moral, die dem Quran entsprechen, doch sie zögern, sie zu übernehmen, weil sie nicht aufrichtig sind. Sie finden ständig Entschuldigungen, warum sie den Gottesdienst nicht abhalten können. Da sie unablässig nach Entschuldigungen suchen, legen sie sich eine falsche Realität zurecht, die sie über die Umstände der wahren Situation hinwegtäuscht. Allah sagt uns in einem weiteren Vers, daß diese Menschen nur den allernotwendigsten Gottesdienst tun und sich nicht Allah in der Weise hingeben, wie sie sollten. Sie täuschen sch nur selbst mit ihrer unaufrichtigen Art des Gottesdienstes. Allah erklärt es im Quran:

Manche Menschen sprechen wohl: "Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag"; doch sind sie keine Gläubigen. Betrügen wollen sie Allah und die Gläubigen; doch sie betrügen nur sich selbst und wissen es nicht. Ihre Herzen sind krank, und Allah mehrt ihre Krankheit, und für sie ist schwere Strafe für ihr Lügen bestimmt. (Sure al-Baqara 2:8-10)

Aufrichtigkeit ist das Fundament der Religion Allahs. Wenn jemand bestimmte Formen des Gottesdienstes nur zögerlich ausführt, entweder aus Gewohnheit, oder weil er sich keiner Kritik von Anderen aussetzen will, so täuscht er sich nur selbst, wie die oben zitierten Verse zeigen. Er kann nicht erwarten, daß sein Tun von Allah gebilligt werden wird.

Aber nichts anderes verhindert die Annahme ihrer Spenden, als daß sie weder an Allah noch Seinem Gesandten glauben und das Gebet nur träge verrichten und nur widerwillig spenden. (Sure at-Tawba 9:54)

Unaufrichtige Menschen bringen endlose, ermüdende Entschuldigungen vor, warum sie ihre Pflichten gegenüber Allah vernachlässigen und ihr Leben an weltlichen Ehrgeiz verschwenden. In der Kindheit, während der Schuljahre, wenn sie ins Berufsleben einsteigen, während sie sich vergnügen, wenn sie glücklich sind, wenn sie traurig sind, das ganze Jahr über… immer kommen sie mit erfundenen Gründen, die dafür herhalten müssen, daß sie den Gottesdienst nicht versehen können und daß sie Allahs Gebote nicht befolgen. Wir werden diese Entschuldigungen in den folgenden Kapiteln anhand von Beispielen aus dem täglichen Leben näher erläutern. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, daß die Menschen unaufrichtig sind, wenn sie solcherlei Entschuldigungen vorbringen, denn es kann überhaupt keinen Grund geben, Allahs Befehlen nicht zu folgen, solange man sich in diesem Leben befindet. Jemand, der eine derartige Entschuldigung vorbringt, stellt nur seine Unaufrichtigkeit und seine Schwachheit im Glauben unter Beweis.
Jemand aber, der weiß, daß Allah in jedem Moment mit ihm ist und daß Er alles hört und ans Licht bringt, was die Menschen versuchen verborgen zu halten, wird niemals unaufrichtig sein in seinem Dienst an Allah. Denn ein solcher Mensch weiß ganz genau, daß eine vorgeschobene Entschuldigung Allah bereits bekannt ist, noch bevor er sie über die Lippen gebracht hat, und daß Ihm die Abneigung eines Menschen, der in seinem Dienst an Ihm zögerlich ist, genau bewußt ist. Er weiß auch, daß solch unaufrichtiges Verhalten nicht ohne Strafe bleiben wird, und so versteht er auch, daß Selbsttäuschung kein Ausweg ist sondern daß sie ihm im Gegenteil schweren Schaden zufügen wird. Ein solcher Mensch weicht niemals von dem Ziel ab, Allahs Zustimmung zu erhalten, denn er erlaubt sich dank seines Glaubens an Allah keinerlei Schwächen. Er ist jederzeit bedingungslos aufrichtig.
Menschen mit Krankheit im Herzen sind schwach im Glauben, auch dann, wenn sie Allah nicht offen zurückweisen. Sie machen ihren Glauben von den Umständen abhängig. Sie zögern nicht, von ihrer Religion abzuweichen, sobald sie zum Interessenkonflikt mit ihrem vermeintlich eigenen Vorteil führt. Ansonsten beruhigen sie ihr Gewissen damit, Gottesdienste zu tun, die ihnen leicht fallen.
Diese Menschen täuschen sich ganz offensichtlich selbst, doch es wird ihnen niemals bewußt. Wenn sie nicht in einem solchen Zustand der Unaufrichtigkeit enden wollen, so seien sie äußerst vorsichtig und täuschen Sie sich nicht selbst. Sollten Ihre Kenntnisse nicht ausreichen, so können Sie unseren Herrn am besten kennenlernen, wenn sie den Quran lesen, denn in diesem Buch stellt Allah sich Seinen Dienern vor. So werden Sie in der Lage sein, Allahs Allmacht zu verstehen und zu einem aufrechtem, standhaften Glauben gelangen. Wenn sie aber Allah und Seine Religion von einem Standpunkt der Unwissenheit aus bewerten, so werden Sie in Fehler verfallen, die nicht wieder gutzumachen sind. Vergessen Sie niemals, daß Sie nur dann Erlösung finden werden, wenn Sie fest an Allah glauben und Ihm aufrichtig dienen. Auch unser Prophet sprach diese Wahrheit aus:
Wer immer Allah kennenlernt, ohne daß er Ihm andere Götter beigesellt, wird in das Paradies eingehen. (Sahih Muslim)

Glaube an das Jenseits
Jemand, der sein Leben damit verbringt, seinen eigenen Begierden und Leidenschaften zu folgen, der sinnlose Dinge tut und die Gebote und Verbote Allahs nicht anerkennt, will nicht einsehen, daß er im Jenseits wieder auferstehen und für alles, was er getan hat, zur Verantwortung gezogen werden wird und daß entsprechend mit ihm verfahren werden wird. Ganz gleich, wie sein Gewissen sich auch der Existenz des Jenseits bewußt sein mag, er zieht es vor, sein Gewissen zu unterdrücken und sich selbst zu betrügen. Das ist auch einer der Gründe, weswegen Menschen an die Wiedergeburt glauben, die Reinkarnation, ein Glaube, der sich in jüngster Zeit weit verbreitet hat. Ihm zufolge kommen die Menschen nach ihrem Tod erneut zur Welt, und das viele Male, an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten und mit unterschiedlichen Identitäten. Denn den Menschen, die wissen, daß für das, was sie getan haben, im Jenseits die Hölle auf sie wartet oder die zumindest diese Möglichkeit nicht ausschließen, wird unbehaglich zumute angesichts der Tatsache, daß sie nach dem Tod ins Jenseits eintreten. So akzeptieren sie denn freudig derart perverse Ideen, für die es nicht den geringsten Beweis gibt und die mit der Realität nichts zu tun haben.
Menschen, die sich auf diese Art selbst betrügen, um glauben zu können, es gebe kein Jenseits, hat es im Lauf der Geschichte immer gegeben. Tatsächlich warnt uns Allah im Quran davor, wie diese Menschen vernünftiges Denken und den gesunden Menschenverstand außer Acht lassen, um die Existenz des Jenseits nicht akzeptieren zu müssen:

Sprechen werden sie: "Werden wir wirklich in unseren früheren Zustand zurückgebracht? Selbst wenn wir verweste Gebeine waren?" Sie sprechen: "Dies wäre wahrlich eine verlustreiche Wiederkehr!" (Sure an-Nazi'at 79:10-12)

Wie diese Verse verdeutlichen, ist den Menschen, die das Jenseits und die Wiederauferstehung zurückweisen, bewußt, daß ihre Wiederauferstehung nicht zu ihrem Vorteil sein wird. So versuchen sie soweit wie möglich, den Gedanken daran zu vermeiden, benutzen eine verdrehte Logik und reden unverständlich um dies zu vertuschen, und sie ermutigen andere, dasselbe zu tun. Der Quran gibt uns folgendes Beispiel dafür:

Und er stellt mit Uns Vergleiche an und vergißt dabei, daß er selbst eine Schöpfung ist. Er spricht: "Wer belebt die Gebeine, wenn sie zerfallen sind?' Sprich: "Leben wird ihnen Der wiedergeben, Welcher sie zum ersten Mal erschuf, denn Er kennt jegliche Schöpfung. (Sure Ya Sin 36:78-79)

Wer sich auf diese Weise selbst täuscht über das Jenseits, bringt dies in seinem gesamten Denken und Verhalten zum Ausdruck. Wer sich selbst glauben macht, es gebe keinen Tag des Gerichts nach dem Tod und kein ewiges Leben im Paradies oder in der Hölle, kennt keine Grenzen für seine Ausschweifungen, denn einer der Gründe, warum die Menschen Ausschweifungen vermeiden, liegt darin, daß diese im Jenseits Konsequenzen haben würden. Wer diesen Glauben nicht hat, beginnt seine Pflichten gegenüber Allah zu vernachlässigen. Nur wer an das Jenseits glaubt, kann sich bewußt sein, daß die Vergeltung für das Ignorieren der Wahrheit durch Selbsttäuschung während des Lebens in dieser Welt aus großem Schmerz und Leid bestehen wird.
Wenn Sie ein wenig nachdenken, können Sie außerdem leicht erkennen, daß Ihre Umgebung nicht das Werk des Zufalls ist, sondern daß sie aufgrund von Allahs Allmacht, Seines grenzenlosen Wissens und unter Seiner Kontrolle existiert. Außerdem sagen uns die obenstehenden Verse, daß die Erschaffung des Jenseits eine Leichtigkeit ist für unseren Herrn und es kann keinen Zweifel darüber geben, daß es der göttlichen Gerechtigkeit entspricht. Seien Sie also vorsichtig, ignorieren Sie diese Wahrheiten unter keinen Umständen und betrügen Sie sich nicht selbst, denn wer das tut und der Wahrheit des Jenseits nicht ins Gesicht sehen will, kann seine Fehler dort nicht wiedergutmachen und er wird in ewiger Qual leben.

‚Gehorsam’ gegenüber Satan
Die allermeisten Menschen kennen den wahren Charakter Satans nicht und stellen ihn sich als ein Wesen vor, wie sie es in Filmen gesehen oder von anderen Leuten gehört haben. So glauben manche Menschen, Satan habe eigene, unabhängige Macht – natürlich ist Allah erhaben darüber – und überschätzen ihn gewaltig, während andere seine Existenz überhaupt nicht akzeptieren können. Selbst wenn sie zugestehen, daß er existieren könnte, so glauben sie doch nicht, daß er irgendeinen Einfluß auf sie hat. Keine dieser Positionen basiert auf Wissen oder Beweisen, sondern nur auf ignorantem Aberglauben. Wie zu allen anderen Themen erhalten wir die korrekte und vertrauenswürdigste Information darüber aus dem wahren Buch Allahs. Unser Prophet führt aus: „Das beste Wort ist das Wort Allahs, und die beste Führung ist die Führung Muhammads." (Sunan Ibn Majah, Muqaddima, 7)
Wie uns der Quran sagt, besitzt Satan keine unabhängige Macht. Er ist ein von Allah geschaffenes Wesen, das vollständig unter Seiner Kontrolle steht. Alles was auf der Welt geschieht, geschieht nur deswegen, weil Allah es so will. Nachdem der Satan aus Allahs Gegenwart verbannt worden war, bat er Allah, ihm bis zum Ende der Welt Zeit zu geben. Der Quran berichtet darüber so:

Und wahrlich, Wir erschufen euch und formten euch dann. Dann sprachen Wir zu den Engeln: "Werft euch vor Adam nieder!" Und sie warfen sich nieder, außer Iblis. Er war nicht bei denen, die sich niederwarfen. Er sprach: "Was hinderte dich, dich niederzuwerfen, als Ich es dir befahl?" Er sagte: "Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber erschufst Du aus Ton." Er sprach: "Weg und hinab mit dir! Es geziemt dir nicht, hier hochmütig zu sein. Darum hinaus mit dir, siehe, du bist einer der Gedemütigten." Er sagte: "Gib mir eine Frist bis zum Tag der Auferstehung." Er sprach: "Fürwahr, die Frist ist dir gewährt." Er sagte: "Wie Du mich in die Irre gehen ließest, werde ich ihnen auf Deinem geraden Weg auflauern. Dann will ich von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen, und Du wirst die Mehrzahl von ihnen undankbar finden." Er sprach: "Weg von hier, verachtet und verstoßen! Wahrlich, wer von ihnen dir folgt, mit euch allesamt fülle Ich die Hölle!" (Sure al-A'raf 7:11-18)

Nachdem er aus Allahs Gegenwart zur ewigen Qual verdammt worden war, schwor Satan einen Eid, die Menschen zu verführen, seinen eigenen abartigen Wegen zu folgen, und er begann sein Unwesen zu treiben. Allah machte Satans Aktivitäten zum Instrument, mit dessen Hilfe zwischen Allahs gläubigen Dienern und denen, die Ihm nicht dienen, unterschieden werden kann. Satans verschlagene Machenschaften richten sich gegen jeden lebenden Menschen, gegen jeden also, der sich noch in der Phase der Prüfung seines Lebens in dieser Welt befindet. Satan wird versuchen, jedermann, ohne Ausnahme, zu täuschen. Niemand sollte sich also für immun halten gegen Satans Einfluß. Wer sich dessen bewußt ist, verhält sich vorsichtig und ist in der Lage, auch die kleinste von Satan gestellte Falle zu entdecken. Wer jedoch Satans Einfluß unterschätzt, kann diesem sehr leicht unterliegen. Darum kann Satan Allahs aufrichtige Diener nicht beeinflussen, denn sie vergessen niemals, daß Satan sie vom rechten Weg abbringen will, und so sind sie sorgsam gewappnet gegen ihn.
Satans üble Machenschaften zeigen sich überall. Sie führen dazu, daß sich ein Mensch in alltäglichen Dingen falsch verhält, ob ihm dies bewußt ist oder nicht, und wenn er kein aufrichtiger Gläubiger ist, kann Satans Einfluß sein gesamtes Leben bestimmen, so daß er direkt der Hölle in die Arme getrieben wird. Das genau ist Satans Absicht. Er möchte, daß die Menschen gegen Allah rebellieren und dafür ewige Qualen erleiden. Er hört nie auf, sie zu verfolgen, bis das sie ins Feuer getrieben worden sind. Alles was er tut, dient zu nichts anderem, als die Menschen mit ihm zusammen zur Hölle fahren zu lassen. Allah warnt die Menschen vor der Feindschaft des Teufels:

Satan ist wirklich euer Feind. So betrachtet ihn auch als Feind. Er lädt ja seine Anhänger dazu ein, Gefährten der Feuersglut zu werden. (Sure Fatir 35:6)

Offensichtlich informiert uns Allah hier über eine große Gefahr. Von Anbeginn der Menschheit bis heute hat Satan seinen Zweck schon bei zahllosen Menschen, die nicht an Allah glauben, erreicht. Diese Quranverse berichten davon:

So fand Iblis seine Meinung von ihnen bestätigt; sie folgten ihm alle, mit Ausnahme eines Teils der Gläubigen. Doch er hatte keine Macht über sie. Wir wollten nur unterscheiden, wer an das Jenseits glaubt und wer darüber in Zweifel ist. Und Dein Herr wacht über alle Dinge. (Sure Saba 34:20-21)

Doch halten wir fest, daß Allah uns in der Sure an-Nisa, Vers 76, auch sagt, daß die Kraft Satans, die Menschen zu täuschen, sehr gering ist. Wie der obige Vers verdeutlicht, steht es außer Frage, daß Satan die Menschen bezwingen kann. Er hat nicht die Macht dazu. Satan spricht lediglich zu den Menschen, und nur diejenigen, die keinen aufrichtigen Glauben an Allah haben und die Wahrheit über das Jenseits mißachten, folgen seinem Ruf und schaden sich damit selbst. Der folgende Vers macht uns klar, daß Satan selbst dereinst gestehen wird:

Und wenn das Urteil gefällt ist, wird Satan sprechen: "Seht, Allah gab euch ein wahres Versprechen. Ich versprach euch auch (manches), aber hinterging euch. Doch Gewalt hatte ich über euch nicht, sondern rief euch nur, und ihr habt auf mich gehört. Tadelt mich deshalb nicht, sondern tadelt euch selbst. Ich kann euch keine Hilfe bringen, und ihr könnt mir nicht helfen. Siehe, ich hatte stets geleugnet, Allah gleich zu sein, dem ihr mich beigesellt hattet." Siehe, die, welche Unrecht begehen, trifft schmerzliche Strafe. (Sure Abraham 14:22)

So wie Satans Fähigkeit zur Täuschung schwach ist, so ist auch der Schutz gegen seinen üblen Einfluß sehr einfach: Allah sagt uns, wie man ihm entkommt:

Und wenn dich Satan anstacheln will, nimm deine Zuflucht zu Allah. Siehe, Er ist hörend und wissend. Die Gottesfürchtigen erinnern sich gewiß (an Allah), wenn sie eine üble Anregung Satans erreicht; und siehe, dann werden sie hellsichtig. (Sure al-A'raf 7:200-201)

Diese Verse machen klar, daß Satan keinerlei Einfluß auf Gläubige haben kann. Wer Zuflucht zu Allah sucht, dem Besitzer unendlicher Macht und darüber nachdenkt, was Allah in Seinem Buch sagt, entkommt dem negativen Einfluß Satans. Jemand mit klarem Verstand, der die Wahrheit erkennt, ist extrem vorsichtig angesichts von Satans Täuschungsmanövern, und er geht ihm nicht in die Falle, sondern zerstört diese durch seinen Glauben, seine Entschlossenheit und seine Hingabe an Allah.
Die meisten Menschen denken jedoch leider nicht daran, daß eine solche Gefahr besteht. Daher können sie auch nicht auf den Gedanken kommen, Zuflucht bei Allah zu suchen, wenn Satan sie verführen will. Satan nähert sich den Fehlgeleiteten mit List und Tücke, und er flüstert ihnen Schmeicheleien in die Ohren und Herzen. Einer der Gründe, warum manche Menschen sich selbst über die Wahrheit hinwegtäuschen, ist, daß sie solchen verführerischen Schmeicheleien lauschen und dem Weg Satans folgen.
Wie aber ist es möglich, daß Satan so viele Menschen überzeugen kann, die auf den ersten Blick zu intelligent für solch dummes Verhalten zu sein scheinen? Wie schafft er es, daß sie der Selbsttäuschung erliegen und dem Weg folgen, der zur Hölle führt?
Auf den folgenden Seiten werden wir die Situation der Menschen beschreiben, die Satans Machenschaften erliegen, und wir werden das Denken erklären, mit dem sie sich selbst täuschen. Wir werden die schamlose Haltung dieser Menschen ans Licht bringen und wir werden die Aufmerksamkeit lenken auf die Art und Weise, in der Satan solche Menschen hinters Licht führt und sie der Hölle zutreibt.

Ausreden
Um die Menschen vom Weg Allahs abzubringen, wendet Satan viele unterschiedliche Taktiken an, die von der Anbetung Allahs, wie Er sie befohlen hat und von einem Leben nach der exzellenten Moral, wie sie im Quran gelehrt wird, wegführen sollen. Eine dieser Taktiken besteht darin, sicherzustellen, daß die Menschen die verschiedensten Ausreden vorbringen können, die erklären sollen, warum sie ihren Gottesdienst nicht verrichten können. Satan liefert den Betreffenden Entschuldigungen, die vernünftig scheinen. Einem jungen Mann beispielsweise, der weiß, daß er Allah anbeten muß, wird er einflüstern, er habe ja noch so viele Jahre vor sich, in denen er seinen Verpflichtungen nachkommen könne, aber im Moment seien Zeit und Umstände nicht angemessen, denn er sei den ganzen Tag weg von zuhause, bei der Arbeit oder in der Schule, und auch seine Freunde könnten ihn geringschätzig ansehen. Wenn der Betreffende nicht über einen aufrichtigen, festen Glauben verfügt, so wird er auf diese Einflüsterungen hören, doch Satan ist nicht leicht zufriedenzustellen und er wird den Betreffenden nicht in Ruhe lassen. Er wird nicht ruhen, bis der Betreffende in der Hölle gelandet ist. Er beschwatzt ihn, behauptet, was er tue, sei vernünftig, und er handele recht so, bis derjenige eines Tages die ihm von Allah auferlegten Pflichten überhaupt nicht mehr beachtet und er ernsthaft glaubt, es gebe gute Gründe für sein Verhalten.
Doch in Wahrheit weiß jeder durch sein Gewissen, daß man Allah, seinem Schöpfer, dienen muß. Doch aus Gründen, die von Satan als plausibel präsentiert werden, redet er sich unter Umständen ein, es sei nicht notwendig. Obwohl ihm sein Gewissen sagt, was getan werden müßte, betrügt er sich aus verschiedensten Gründen selbst und redet sich Dinge ein, die nicht korrekt sind.
Allah gibt im Quran eine Reihe von Beispielen solcher Menschen, die durch Satans’ Schmeicheleien ihre Aufrichtigkeit verlieren. Unter diesen Beispielen sind auch solche von Menschen, die zur Zeit des Propheten lebten und schwach im Glauben waren. Man sah einen Krieg auf sich zukommen und unser Prophet rief das Volk auf, entsprechend den Instruktionen des Qurans für das Rechte zu kämpfen; Doch die von Allah als „Menschen mit Krankheit in ihren Herzen“ bezeichnet wurden, brachten alle möglichen Ausreden vor, um nicht in den Krieg ziehen zu müssen. Der Quran berichtet es so:

… auch die Heuchler erkenne, denen zugerufen wurde: "Kommt herbei! Kämpft auf Allahs Weg!" oder "Verteidigt euch!" Sie aber sagten: "Wenn wir zu kämpfen wüßten, wahrlich, wir wären euch gefolgt!" Einige von ihnen wären an jenem Tage dem Unglauben näher als dem Glauben. Sie sprachen mit ihrem Mund, was nicht in ihren Herzen war; und Allah weiß sehr wohl, was sie verbergen. (Sure Al 'Imran 3:167)

Es ist ganz eindeutig, daß diese Menschen unter Satans Einfluß geraten waren, denn sie waren sich nicht nur aufgrund ihres Gewissens bewußt, was hätte getan werden müssen, sie kannten auch die Lehren des Propheten und sie wußten sehr genau über die Religion Allahs Bescheid. Doch trotz Kenntnis der Wahrheit und trotzdem sie alle anderen Gottesdienste, die ihnen auferlegt waren, ausführten, gingen sie dennoch Satan in die Falle. Obwohl sie wußten, daß andere Muslime beschützt werden mußten, betrogen sie sich selbst und andere, indem sie behaupteten, es nicht zu wissen.
Andere versuchten, sich auf folgende Weise gegenüber unserem Propheten herauszureden:

… "Wir hatten mit unseren Herden und unseren Familien zu tun. Darum bitte für uns um Verzeihung… (Sure al-Fath 48:11).

Diese Behauptung kam unter dem Einfluß Satans zustande. Das ist die einzig mögliche Erklärung für die völlige Gewissenlosigkeit derer, die mit ihren persönlichen Angelegenheiten befaßt waren, während so viele andere Muslime in Gefahr waren, ihr Leben zu verlieren.
Die fraglichen Personen wußten ganz genau, was sie hätten tun müssen, um Allahs Anweisungen zu gehorchen und Sein Wohlgefallen zu erlangen. Sie versuchten, ihr Gewissen zu beruhigen, indem sie den Propheten baten, Allah für sie um Vergebung zu bitten, weil sie wußten, wie unaufrichtig sie waren. Obwohl sie ihrem Gewissen zuwider handelten, brachten sie es fertig, sich durch ihren Selbstbetrug davon zu überzeugen, ihr Verhalten sei in Ordnung. In folgendem Vers beschreibt Allah die unaufrichtigen Menschen, die es Recht finden, ihre religiösen Verpflichtungen zu vernachlässigen:

Die in ihren Wohnungen Zurückgelassenen freuten sich, hinter dem Gesandten Allahs zurückgeblieben zu sein. Sie hatten keine Lust, sich mit ihrem Gut und Blut auf Allahs Weg einzusetzen und sprachen: "Rückt doch in dieser Hitze nicht aus!" Sprich: "Das Höllenfeuer ist heißer!" Oh daß sie es doch begriffen! (Sure at-Tawba 9:81)

Satan konnte Menschen mit diesen Entschuldigungen zu Zeiten des Propheten in Versuchung führen, und es kann keinen Zweifel daran geben, daß er heute mit den Menschen dasselbe versucht, mit anderen Schmeicheleien und anderen Ausreden, denn er kennt die Schwächen der Menschen. Er kann den Umständen entsprechend unterschiedliche Pläne ausführen. Die Menschen, die er sich als Ziele aussucht, können Wissenschaftler sein, Professoren, Führungspersönlichkeiten, Künstler, einfache Menschen, kurz, Menschen jeden Standes und jeder Kultur, ob arm oder reich. Satan weiß genau, wie er sich den Betreffenden zu nähern hat.
Die einzigen Menschen, die Satan nicht beeinflussen kann, obwohl er keine Gelegenheit dazu ausläßt, sind die aufrichtigen Muslime, was Allah ausdrücklich im Quran erwähnt. Weil sie Allah fürchten, und weil sie alles tun, um dem Höllenfeuer zu entgehen, ergreifen sie besondere Vorsichtsmaßnahmen gegen Satans trickreiche Machenschaften. Außerdem machen sie den bestmöglichen Gebrauch von ihrer Intelligenz, hören auf ihr Gewissen, und sie vertrauen auf ihren Glauben an Allah.
Die oben beschriebenen Machenschaften Satans richten sich gegen jedermann. Auch Sie sind in Gefahr, unter Satans schleichenden Einfluß zu geraten. Glauben Sie also aufrichtig und gehen Sie Satan nicht in die Falle. Vergessen Sie nicht, daß Satan nur auf eine Gelegenheit wartet, Sie mit sich ins Höllenfeuer zu ziehen und er hat schon seine Pläne dafür. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit wird er zur Tat schreiten. Geben Sie Satan diese Gelegenheit nicht. Er wird Ihnen jede erdenkliche Ausrede ins Ohr flüstern, um Sie davon abzuhalten, dem Weg Allahs zu folgen und Ihm zu dienen und Ihn anzubeten. Er wird seine Gründe scheinbar sehr vernünftig vorbringen. Das ist die Art und Weise, in der Satan versucht, sie zum Selbstbetrug zu verführen.
Wenn Sie auf Ihr Gewissen hören, finden Sie ganz leicht heraus, was gerade geschieht, und Sie können sich vor Satans Einfluß schützen, indem Sie dem Impuls folgen, der Sie in die Richtung von Allahs Zustimmung dirigieren wird. Nichts ist dringender und wichtiger auf dieser Welt, als sich vor dem Höllenfeuer zu bewahren; Hören Sie also nicht auf die Suggestionen Satans, mit denen er Sie zur Selbsttäuschung veranlassen will, denn am Tag des Gerichts werden Ausrede nicht helfen. Allah sagt uns in Seinem Buch ausdrücklich, daß Er keine Ausreden gelten lassen wird.
Das ist die Wahrheit, also sehen Sie sich besser vor! Glauben Sie nicht, Sie könnten eine Entschuldigung dafür anbieten, daß Sie nicht nach Allahs Religion gelebt haben.

Ablenkende Vergnügungen
Eine weitere Taktik Satans ist es, die Menschen zur Erledigung von überflüssigen, sinnlosen Aufgaben zu verleiten. Er malt Aktivitäten, die die Billigung Allahs überhaupt nicht finden werden, in den schönsten Farben aus und läßt sie in attraktivem, positivem Licht erscheinen. Jemand, der darauf hereinfällt, wird sich vollständig irgendwelchen weltlichen Plänen und Zielen verschreiben. Wenn er durch solche Dinge fehlgeleitet ist, kommt es ihm nicht mehr in den Sinn, daß das Leben in dieser Welt eines Tages endet und daß er in Gegenwart Allahs Rechenschaft ablegen muß. So verschwendet er sein Leben an Vergängliches, eine bessere berufliche Stellung, mehr Geld, eine bessere Zukunft. Es ist ein großer Fehler, solch sinnlosen Ambitionen hinterher zu jagen, denn der Mensch weiß nicht, wann und wo er sterben wird, und er hat keine Garantie, daß er von einer Sekunde zur anderen noch am leben ist.
Doch die große Mehrheit der Menschen redet sich ein, es sei notwendig, so zu leben. Um sich zu trösten, verdrängen sie die Dinge, die in diesem Buch erwähnt werden, und sie setzen lieber ihr Leben in Selbsttäuschung fort. Dementsprechend halten sie jedes selbst gesteckte Ziel für das Wichtigste auf der Welt. Das Wichtigste für eine Sekretärin ist zum Beispiel, die Termine ihres Chefs nicht zu vergessen, für einen Studenten ist es das Wichtigste, die besten Prüfungsergebnisse zu erreichen, für einen Schuhverkäufer, die meisten Schuhe des Tages zu verkaufen, für einen Geschäftsmann, eine lukrative Ausschreibung zu gewinnen, für einen Athleten, den Wettkampf zu gewinnen, für einen Sänger, daß noch mehr Menschen seine CDs anhören, für ein Schulmädchen, das schönste Kleid auf einer Party anzuhaben, für einen Oberschüler, das schönste Mädchen der Schule als Freundin zu gewinnen, für einen Übersetzer, die besten Worte zu finden und für einen Schriftsteller, die erfolgreichsten Bücher und Artikel zu verfassen. Es ist natürlich, daß der Mensch in all diesen Aktivitäten der Beste sein will, doch das sind nicht die wichtigsten Aufgaben des Lebens. Es gibt keine wichtigere Aufgabe, als Allahs Wohlgefallen zu gewinnen und einer Seiner Diener zu werden, der das Paradies verdient hat.
Wenn der Mensch sich selbst täuscht, die Wahrheit verkennt und glaubt, diese weltlichen Dinge seien der einzige Lebenszweck, wird ihn ein großes Bedauern überkommen, wenn er sich plötzlich dem Tod gegenüber sieht. Bis zu diesem Moment hat er geglaubt, das wichtigste seien sein Haus, Geschäft, Ehefrau, Auto, seine Diplome, Freunde, Familie und der Kreis seiner Geschäftsfreunde, doch wenn er den Engel des Todes erblickt, erkennt er, wie vergänglich all das ist und das all das nur Teil seiner Prüfung in diesem Leben war. Unmittelbar darauf wird ihn eine unerträgliche Hilflosigkeit überkommen, die grenzenlosen Segnungen des Paradieses auf der einen, die physische und mentale Qual des Höllenfeuers auf der anderen Seite, wenn er vor Allah Rechenschaft über seine Taten ablegen muß.
In diesem Moment ist das Einzige, das zählt, was er zur Erlangung von Allahs Wohlgefallen getan hat. Doch er hat in seinem Leben nichts dafür getan. Dann versteht er plötzlich in aller Bitterkeit, daß all die Anstrengungen, die er unternommen hat, um seine Ziele zu erreichen, für die er sein Leben verschwendet hat, überhaupt keine Bedeutung haben. Nicht etwa, daß er es nicht gewußt hätte; sein Gewissen wußte genau, was aus ihm werden würde, doch er zog es vor, dies vermittels seines Selbstbetruges zu verdrängen. Allah klärt uns in folgendem Vers darüber auf:

... doch Satan hatte ihnen ihre Werke als wohlgefällig ausgemalt und sie vom Weg abgebracht, obwohl sie genügend Einsicht besaßen. (Sure al-'Ankabut 29:38)

Obwohl die Menschen die Wahrheit erkennen können, fallen sie den Täuschungen Satans zum Opfer und verschwenden ihr Leben mit sinnlosen Aufgaben.
In folgenden Versen sagt uns Allah, daß diesen Menschen das Eingeständnis ihrer Fehler nicht helfen wird:

Und dein Herr kommt und die Engel, Reihe um Reihe, und an diesem Tage die Hölle herangebracht wird - an diesem Tage möchte der Mensch die Ermahnung annehmen. Aber was nützte ihm dann noch die Ermahnung? Dann wird er rufen: "O wenn ich doch für mein (künftiges) Leben etwas vorausgeschickt hätte!" An diesem Tage wird keiner strafen wie Er. Und keiner wird fesseln wie Er. (Sure al-Fajr 89:22-26)

Wenn Sie nicht zu denen gehören wollen, die dann im Jenseits sagen werden: „O wenn ich doch…“, dann denken Sie genau jetzt an den wahren Sinn des Lebens und wägen Sie ab, ob und in welchem Grad das, was Sie tun, diesem Lebenssinn dient. Seien Sie auf der Hut! Betrügen Sie sich nicht selbst, indem Sie glauben, die sinnlosen Dinge, die Sie tun, hätten irgendeinen Wert. Das gilt für alles, was Sie tun, während des gesamten Tagesablaufs. Selbstverständlich arbeiten Sie hart für viele verschiedene Dinge, doch der grundlegende Zweck all dessen muß sein, Allahs Zustimmung zu erlangen und in Sein Paradies einzugehen. Wenn Sie bei einer Aufgabe feststellen, daß Allahs Billigung eher unwahrscheinlich ist, und die Erledigung dieser Aufgabe sich nicht zu Ihrem Vorteil im Jenseits auswirken wird – geben Sie sie auf. Widmen Sie sich ausschließlich Aufgaben, bei denen Sie sehen können, daß sie gut und vorteilhaft sind. Ihr Gewissen trifft dabei die bestmögliche Unterscheidung für Sie. Hören Sie auf Ihr Gewissen und seien Sie achtsam. Lassen Sie sich nicht von Satan fehlleiten, indem Sie wertlose, vergängliche Dinge für erstrebenswert halten.

Falsche Versprechungen
Wenn Satan die Menschen vom Weg Allahs abbringt, läßt er es nicht dabei bewenden, unsinnige Aktivitäten sinnvoll erscheinen zu lassen. Er macht zusätzlich eine ganze Reihe von Versprechungen. Allah klärt uns in diesem Vers über Satans Falschheit auf:

Er macht ihnen Versprechungen und weckt ihre Lüste; aber Satan macht ihnen nur trügerische Versprechungen. (Sure an-Nisa 4:120)

Wer unter den Einfluß Satans gerät, macht sich selbst glauben, er habe noch lange Jahre vor sich und verfolge eine langfristige Lebensplanung. Wer sich so benimmt, als lebe er für immer in dieser Welt, der verliert Allahs Billigung, weil er sich weltlichen Angelegenheiten verschrieben hat, Geld, Besitz, Status. Allah macht klar, daß dies nur ein weiteres Betrugsmanöver Satans ist:

Diejenigen, die den Rücken kehren, nachdem sie den richtigen Weg erkannt hatten, hat der Satan betört und ihnen falsche Hoffnung gemacht. (Sure Muhammad 47:25)

Jeder Mensch hat weitreichende Pläne für tausende Angelegenheiten, entsprechend der Situation und den Umständen, in denen er sich vorfindet. Auch wenn die Pläne von Menschen verschiedener Berufe, Altersgruppen und sozialer Schichten differieren, so sind sie doch alle im Grunde auf diese Welt bezogen. Zum Beispiel ist es der größte Ehrgeiz eines Geschäftsmannes, eine große Fabrik zu besitzen. Wenn ihm dann eine Fabrik gehört, ist es sein größter Ehrgeiz, seine Produkte weltweit zu vermarkten. Ein Künstler wird das Ziel verfolgen, jedermann in seinem Land bekannt zu sein, respektiert und als großes Talent angesehen. Hat er das erreicht, so wird sein nächstes Ziel sein, dasselbe im Weltmaßstab zu erreichen. Derartige Beispiele gibt es zuhauf bei den unterschiedlichsten Menschen. Sie arbeiten Tag und Nacht, ihren Ehrgeiz zu befriedigen. Sie bringen zahlreiche Opfer, durchleben schwierige Zeiten und strengen sich an, Hindernisse und Probleme aller Art zu überwinden.
Doch ist ihr Leben lang genug, all das zu erreichen, was sie wollen? Jeder sollte darüber zuallererst nachdenken, denn für keinen der oben skizzierten Pläne gibt es eine Garantie der Verwirklichung. Doch sicher ist, daß der Tod zu jedem kommen wird. Trotzdem treffen die Menschen keine Vorbereitungen für das Jenseits. Sie widmen ihr ganzes Leben der Befriedigung ihres weltlichen Ehrgeizes. Sie denken nicht einmal daran, daß der Tod eines Tages kommen wird und daß damit alle ihre Pläne obsolet werden, weil Satan ihnen Versprechungen gemacht hat, wie sie im Quran beschrieben sind, und von diesen Versprechungen lassen sie sich täuschen und werfen ihr Leben weg.
Anstatt langfristige Ziele zu verfolgen, sollte der Mensch so leben, wie Allah es uns im Quran gezeigt hat, und der Mensch sollte wissen, daß er Allah verantwortlich ist und daß er in Seiner Gegenwart zur Rechenschaft gezogen werden wird am Tag des Gerichts. Lebt der Mensch nicht entsprechend, so wird ihm der Garten Eden verschlossen bleiben, weil er sich nicht auf das ewige Leben vorbereitet hat und weil er die ihm gegebenen Gelegenheiten nicht genutzt hat. Ein Mensch, der sich während der Zeit, die Allah ihm gewährt hat, an sinnlose Dinge verschwendet, wird dies im Jenseits unendlich bedauern. Wir werden davor gewarnt:

… Gewährten Wir euch denn kein langes Leben, so daß jeder, der sich ermahnen lassen wollte, sich hätte besinnen können? … (Sure Fatir 35:37)

Jedem ist eine Periode gewährt, in der er guten Rat annehmen und auf die Stimme seines Gewissens hören kann. Ganz gleich, wie sehr Satan auch versuchen mag, ihn auf den falschen Weg zu führen, der Mensch kann seine Suggestionen ignorieren und dem Weg Allahs folgen. Alles was er dazu braucht, ist aufrichtiger Glaube und Gottvertrauen. Der Quran sagt uns, daß alle Anstrengungen Satans, die gegen Menschen mit diesen Eigenschaften gerichtet sind, sich als vergeblich erweisen werden.

Verführe nun mit deiner Stimme, wen von ihnen du kannst. Und bedränge sie mit Ross und Reitern von dir, und sei ihr Teilhaber an Vermögen und Kindern, und mache ihnen Versprechungen." Aber was ihnen der Teufel verspricht, ist nur Trug. "Über Meine Diener hast du gewiß keine Gewalt!" Und dein Herr genügt als Beschützer. (Sure al-Isra 17:64-65)

Seien Sie auf der Hut und erlauben Sie Satan nicht, Sie vergessen zu machen, auf welchen Ort Sie sich wirklich vorbereiten müssen, anstatt weltlichen Ehrgeiz an den Tag zu legen und langfristige Pläne zu verfolgen. Täuschen Sie sich nicht selbst, indem Sie glauben, weltlichen Zielen und vergänglichen Ambitionen hinterher zu jagen, sei etwas Sinnvolles. Befolgen Sie folgende Regel Allahs und vergessen Sie sie in keinem Moment Ihres Lebens:

O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah! Und eine jede Seele habe auf das acht, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Allah! Allah weiß sehr wohl, was ihr tut. Und seid nicht wie diejenigen, welche Allah vergessen und die Er (damit) sich selbst vergessen ließ. Das sind die Entarteten. (Sure al-Hashr 59:18-19)

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